Punch Needle Anleitung & Vorlagen

Punch Needle Anleitung + Tipps zu Wolle, Nadel & Stoff

Hast du schon mal von Punch Needling gehört oder sogar bereits erste Erfahrungen gemacht, aber bist noch nicht richtig ins Thema eingestiegen? Dann habe ich eine ausführliche Punch Needle Anleitung und einige Ideen für Punch Needle Vorlagen für dich, die dir die wichtigsten Fragen rund um die Trend Technik beantworten. Damit erschaffst du dir tolle Muster als 3D Stickerei, die optisch richtig was her machen!



Punch Needle Vorlagen: Die Technik lernen



Immer wieder habe ich gehört: “Oh, das habe ich noch nie selber ausprobiert, sieht ja toll aus!” oder “Bei dem Thema brauche ich noch ein bisschen Nachhilfe”. Und da ich mit der Technik gut zurecht komme, bündle ich meine Erfahrungen in diesem Blogpost und teile mein Wissen gerne mit dir!

Zuerst gibt es eine Einführung mit Tipps zur Entscheidungshilfe bei der Materialwahl und dann kommt auch schon die Schritt für Schritt Punch Needle Anleitung für dich. Starten wir mit der Frage, was Punch Needling überhaupt ist?

Punch Needle lernen Anleitung


Was ist Punch Needling?



Die Punch Needle wird auf deutsch auch Stanznadel genannt und ist im Englischen das Thema auch unter “Rug Hooking” bekannt. Mit der Punch Needle wird das Garn durch den Stoff gestanzt, wobei das Geräusch auch an einen kleinen “Punch”, also “Schlag” erinnert, wenn die Nadel durch den Stoff sticht. Mit der Stanznadel bewegst du dich immer abwechselnd kurz über und kurz unter dem Stoff entlang und stanzt dabei Löcher nebeneinander. Das Garn folgt der Bewegung der Nadel und ist in Schlaufenform auf der Vorder- und auf der Rückseite vom Stoff sichtbar.

Auf diese Weise kannst du ganz vielseitige Muster auf Stoff bringen und tolle 3D Effekte mit unterschiedlich langen Schlaufen erzielen. Wie das genau geht verrate ich dir weiter unten in der Anleitung, nach den Tipps zur Materialauswahl:

Punch Needle Vorlage Berglandschaft
“Malen mit Schlaufen”: jedes beliebige Motiv kann gepuncht werden, von abstrakten Mustern hin zu eindeutigen Motiven wie Berglandschaften & Co.!


Punch Needle: Welcher Stoff ist geeignet?



– Materialvergleiche enthalten Affiliate Links / unbeauftragte Werbung –

Damit sich die dicke Nadelspitze gut durch den Stoff führen lässt, eignen sich vor allem Stoffe, die etwas loser und grober gewebt sind, wie Mönchsstoff, Jute oder Leinen. Der Stoff sollte nicht zu elastisch sein und nicht zu eng gewebt sein. Bei den oben genannten Stoffen stimmt die Struktur, um die Nadel leicht durch zu lassen, aber die Schlaufen trotzdem fest zu halten. Beim Mönchsstoff lassen sich außerdem Korrekturen vornehmen: Wenn dir dein Muster nicht gefällt, ziehst du einfach das Garn am Faden der letzten Reihe raus und kannst die Löcher im Stoff wieder glatt streichen!

Punch Needle welcher Stoff? Vorteile Mönchsstoff

Zumindest ein paar Mal lässt sich das an der gleichen Stelle korrigieren. Ich arbeite nur mit dem Möchsstoff (auch zu finden unter: Monk’s Cloth) und bin zufrieden mit der Stoffwahl.



Punch Needle: Welche Nadel ist die Richtige?



Am bekanntesten ist wohl die Oxford Punch Needle, eine aus Holz gefertigte Nadel, die ich ehrlich gesagt aber ziemlich teuer finde. Es gibt günstigere Alternativen mit Holzgriffen, die auch richtig gut funktionieren (s. Material Liste unten). Mit dieser Art Nadel kannst du kleinere Schlaufen punchen, die alle die gleiche Länge haben und sie ist besonders für Anfänger geeignet, weil sie gut in der Hand liegt.

Dann gibt es noch Nadeln, bei denen die Stichlänge variiert werden kann. An der Nadel kannst du also unterschiedlich lange Schlaufen einstellen, was sehr schöne Effekte macht, weil sich verschiedene Höhen im Muster ergeben und du einzelne Parts besonders hervorheben kannst:

Punch Needle Rico Nadel verschiedene Stichlängen

Bei den verstellbaren Nadeln läuft einem vor allem die weiße Plastik Punch Needle von Rico Design über den Weg. Ich habe aus einem Punch Needle Einsteiger Set dazu noch eine blaue verstellbare Punch Needle getestet und muss sagen, dass sich Beide in Nichts nachstehen, auch wenn die Blaue auf den ersten Blick weniger wertig aussieht. Im Gegenteil fällt mir das Punchen durch den Stoff mit der blauen Nadel sogar noch einen Tick leichter.

Fazit: Für Punch Needle Anfänger und beim Punchen größerer Parts der kleinen Schlaufen, würde ich immer die Holznadel nehmen, da sie sehr gleichmäßige, kompakte Schlaufen stanzt und sehr unkompliziert in der Handhabung ist.

Setzt man die 3 Nadeln in Vergleich und schaut sich nur die kurzen Schlaufen auf gleicher Länge an, sind alle drei Ergebnisse ähnlich gut. Auf große Strecken hat das Stickbild mit der Holznadel aber am Ende den gleichmäßigsten Eindruck gemacht:

Welche Punch Needle ist die beste?

Die verstellbaren Plastik Nadeln haben auch leider den Nachteil, dass der Haken zum Einstellen der Schlaufenlänge ab und zu wieder heraus springt, weil die Nadel innen eine Sprungfeder wie bei einem Kugelschreiber hat. Das bringt einen jedes Mal aus dem Flow und braucht etwas Übung, damit es nicht passiert. Aber für kleinere 3D Parts, wo du eine lange Schlaufenlänge haben möchtest, kann man sie natürlich gut einsetzen!

Auch mit der Holznadel kannst du einen kleinen 3D Effekt erhalten, indem du mit der Vorder- und Rückseite deines Stickbildes spielst: Möchtest du nämlich auf der Vorderseite die Schlaufen sehen können, stichst du von der Rückseite durch den Stoff, wo das Garn dann als flachere Struktur sichtbar ist. Hier siehst du die flachen Schlaufen von der Rückseite gestanzt:

Punch Needle Rückseite

Umgekehrt kannst du auch auf der Vorderseite diese flacheren Schlaufen haben, indem du von der Vorderseite durch den Stoff stichst, dann sind die längeren Schlaufen auf der Rückseite. Ein Beispiel für den Effekt von Vorder- und Rückseite findest du auch weiter unten in der DIY Anleitung. So lassen sich auch mit der Holznadel immerhin 2 verschiedene Höhen der Schlaufen erreichen, nur durch den Wechsel von Vorder- und Rückseite!



Punch Needle: Welche Wolle passt dazu?



Da der Faden nur durch den Stoff gehalten und nicht extra fest geknotet wird, brauchst du Wolle, die etwas gröber und nicht zu glatt ist. Sonst würden die Schlaufen nicht im Stoff halten und einfach hindurch rutschen. Der Wollfaden sollte außerdem so dick sein, wie das Loch der Nadel und nicht dicker, aber auch nicht sehr viel dünner. Dann hält der Faden in den Löchern am besten.

Gute Erfahrungen habe ich mit 100% Schurwolle oder Wolle mit Mix aus Schurwolle und Polyacryl gemacht. Die Materialien, mit denen ich gut klar komme, verlinke ich dir hier nochmal gebündelt:



Punch Needle Materialliste:



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Punch Needle Anleitung – Die Technik Schritt für Schritt



Schritt 1) Zuerst fädelst du das Garn ein. Dabei führst du den Einfädler durch das Loch der Nadel, bis er am Ende der Nadel wieder heraus guckt. Dort hängst du den Wollfaden ein und ziehst den Einfädler wieder den gleichen Weg rückwärts aus der Nadel durch das Loch zurück. Der Faden folgt und wird ebenfalls durch das Loch gezogen. Das Wollknäuel etwas entfernt platzieren und die Wolle am Ende der Nadel ausreichend lang und frei liegen lassen:

Punch Needle Faden einfädeln

Schritt 2) Den Stoff in den Stickrahmen fest einspannen und an den Seiten überstehen lassen. Nicht zu kurz abschneiden, da sich der Stoff beim Punchen ab und zu lockert und du mit einem breiteren Stoffrand mehr Raum zum Nachziehen und Nachspannen hast:

Punch Needle Vorlagen zeichnen

Schritt 3) Gewünschtes Muster auf der Rückseite aufmalen, wenn die Schlaufen vorne sichtbar sein sollen. Ich nehme immer einen Bleistift, weil der nicht durchscheint, es gehen aber auch extra Stoffmarkierungsstifte, falls du eh einen da hast.

Schritt 4) An einer Stelle auf dem vorgezeichneten Muster anfangen und die Punch Needle durch den Stoff stechen. Da du keinen Knoten machst, lässt du den Anfang vom Wollfaden etwas länger überstehen. Die Nadel nach dem 1. Loch wieder heraus ziehen, so dass die Spitze knapp über dem Stoff bleibt. Damit dann neben dem 1. Loch ein 2. Loch stanzen und dich entlang deiner vorgemalten Linie bewegen:

Punch Needle Anleitung Technik lernen

Tipp 1: Die Nadel zeigt dabei immer schräg nach vorn in die gleiche Richtung. Wenn dein Muster also einen Knick macht, drehe den Stickrahmen entsprechend, aber halte die Nadel in der gleichen Position, das ist einfacher.

Tipp 2: Den Stickrahmen außerdem mit der anderen Hand abstützen und einen leichten Gegendruck auf den Stoff von unten ausüben. So kommt die Nadel wirklich gut durch den Stoff!

Tipp 3: Der Faden am Ende der Nadel muss sich immer frei bewegen können. Blockierst du ihn z.B. mit deinem Arm, geht es nicht voran und die Schlaufen rutschen ggf. wieder raus 😉

Tipp 4: Wenn der Stoff zu locker und das Stanzen schwerer wird, einfach den Stoff im Stickrahmen regelmäßig wieder fest ziehen.

Schritt 5) Stanze den Umriss deines Musters und fülle danach den Rest aus. Ich habe in meinem Beispiel erst 2 blaue Reihen ringsum gepuncht und die senkrechten beigen Reihen mit einer längeren Schlaufenlänge gestanzt. Danach habe ich die restliche Fläche blau ausgefüllt. Alle Faden-Enden immer etwas länger abschneiden und überstehen lassen, sodass sich der Faden nicht von allein wieder raus ziehen kann:

Punch Needle Muster sticken Anleitung

Tipp 5: Da die Schlaufen recht eng gepuncht werden, kann es beim Lücken Ausfüllen passieren, dass du mit der Nadel durch Schlaufen anderer Reihen auf der Vorderseite nochmal hindurch stichst und diese Schlaufen aus Versehen vorne raus ziehst. Das kannst du ganz leicht vermeiden, indem du mit den Fingern der Hand, die den Stickrahmen hält (bei mir links) auf der Unterseite vom Rahmen die Schlaufen und Lücken beim Punchen erfühlst und die Schlaufen einfach etwas beiseite drückst. So brauchst du den Rahmen nicht ständig umdrehen & nachgucken! 😉

Schritt 7) Wenn du auch flache Zierstiche von der Vorderseite machen magst (s. beiges Dreieck im Bild unten), stanze von der Vorderseite durch den Stoff und schneide die Faden-Enden auch auf der Vorderseite ab, ziehe die Fäden dann aber von der Rückseite nochmal durch die Löcher hindurch, sodass sie auf der Rückseite lang überstehen und das Muster sicher halten:

Punch Needle 3D Muster

Schritt 8) Bist du mit deinem Muster fertig und zufrieden, ziehe den Stoff nochmal fest und schneide ihn dann mit ein paar Zentimetern Überstand rund um den Stickrahmen ab. Klappe den Stoff nach innen um und fixiere den Stoff, die überstehenden Fäden und dein Stickbild auf der Rückseite mit einem Fixierkleber und lass das Ganze ein paar Stunden trocknen, bevor du es aufhängst:

Bei meinem anderen maritimen Punch Needle Beispiel habe ich auch verschiedene Schlaufenlängen genommen und ein paar Muscheln mit Loch auf das Stickbild genäht. Inspiriert vom marokkanischen Fischschuppenmuster hatte ich es zuerst auch auf der Rückseite mit Bleistift vorgezeichnet und dann mit Farben ausgefüllt:

Punch Needle Vorlage maritimes Muster mit Muscheln


Punch Needle Erfahrungen



Zusammen gefasst kann ich Punch Needling Allen empfehlen, die sich gerne in neue Techniken einarbeiten und auch aus dem kreativen Prozess etwas für sich ziehen. Für Alle, die sich ein sofortiges Erfolgserlebnis versprechen, gibt es sicher unkompliziertere DIY Projekte, die das mit sich bringen =) Ich zum Beispiel mochte die Ästhetik vom Punch Needling Ergebnis gleich sehr und habe das anfängliche Reinfuchsen mit dem Ziel in Kauf genommen, mir Punch Needling Deko selber machen zu können. Und ich hoffe natürlich, dass meine Punch Needling Anleitung und Erkenntnisse dir so viel Mehrwert geben, dass du von Anfang an gut in das Thema rein kommst!

Wie hat dir meine Punch Needling Anleitung mit Vorlage gefallen und welche Erfahrungen hast du mit Punch Needling gemacht? Schreibe es mir hier doch gern in die Kommentare und wenn du die Anleitung ausprobiert hast, freue ich mich auch riesig über ein Foto von deinem Ergebnis mit dem Hashtag #ayeayediy oder #aye_aye_kurzurlaub auf Instagram, damit ich das fertige Werk auch sehen kann! 🙂

Jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren und Einsteigen in dieses spannende Thema! Für weitere Deko Ideen zum Selbermachen schau gern auch unter DIY Deko & Wohnen vorbei.

Abschieds-Grußformel


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