Reiseberichte aus aller Welt

Die Delfine von Monkey Mia – Wo du in Australien täglich wilde Delfine triffst

7. Januar 2018

Als Kind las ich zum ersten Mal von diesem zauberhaften Ort – einem der sehr wenigen Plätze weltweit, an denen wilde Delfine täglich freiwillig die Interaktion mit dem Menschen suchen und dafür gerne zum Strand von Monkey Mia an der Westküste Australiens kommen. Alle Reisetipps zum Ort und warum du Monkey Mia auf deiner Reise auf keinen Fall verpassen solltest, erfährst du hier!
Damals war ich so fasziniert von Rachel Smolkers Buch „Das Lied der wilden Delfine“, dass ich auf der Stelle Meeresbiologin werden wollte – wie wohl jedes 3. kleine Mädchen. Die Verhaltensbiologin hörte von dem seltenen Verhalten der Delfine und verbrachte 15 Jahre mit ihrer Erforschung in der wunderschönen Shark Bay vor Monkey Mia, die zu großen Teilen zum UNESCO-Welterbe gehört. Es folgten die ersten ausführlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Verhalten wilder Delfine, die in Freiheit leben und nicht in Gefangenschaft mit dem Menschen interagieren.

Was nach reinster Mädchentraum-Erfüllung schreit, ist ein Artikel, der auch praktische Reisetipps zum Ort allgemein bereit hält – no worries!

Nachdem mich mein Weg im Jahr 2010 auch an die wunderschöne Westküste Australiens führte, plante ich – wie könnte es anders sein – auch einen Stopp in Monkey Mia ein, das auf halber Strecke zwischen Perth und Broom gleich neben dem Francois Peron National Park auf einer Halbinsel liegt. Von Denham aus ist es gut zu erreichen und noch heute ist es so, dass die Delfine täglich an den Strand kommen. Ich nehme an, dass ich als Kind so viele Delfinkarma-Punkte gesammelt habe, dass ich vollkommen spontan sogar das Glück hatte, dort als Freiwillige eine Woche lang den Rangern der Naturschutzbehörde bei ihrer Arbeit assistieren und das Verhalten der Delfine dokumentieren zu können.

Die tägliche Arbeit bestand darin, in den Stunden vom Morgen bis zum Mittag die Signale der Ranger über Walkietalkies aufzunehmen und ihre Beobachtungen in ein Verhaltens-Tagebuch zu schreiben. An den Wänden des kleinen Büros, das sich unmittelbar am Strand befindet, hängen zahlreiche Übersichten, um die Delfine anhand ihrer Rückenflossen zu erkennen und das jeweilige Verhalten zuordnen zu können.

Es gibt verschiedene Stammbäume mit zum Teil sehr alten Delfin Weibchen, die nun schon seit langer Zeit ihr Ritual zelebrieren und an den Strand kommen. Begleitet werden sie entweder von ihren Söhnen oder Töchtern oder anderen Delfinen, die Monkey Mia nur gelegentlich einen Besuch abstatten. Angefangen hatte wohl alles damit, dass ortsansässige Fischer ihre Fischreste den Delfinen überließen und diese Vertrauen zu der lokalen Bevölkerung aufbauten.

Monkey Mia ist in der Region natürlich ein absoluter Touristen-Magnet geworden und damit diese die Delfine auch aus nächster Nähe sehen können, wurde das Füttern der Delfine wieder aufgegriffen. Die Ranger füttern die Tiere deshalb morgens mit ein paar Fischen und achten darauf, pro Tag nur einen kleinen Anteil des täglichen Fischbedarfs zu verteilen, damit die Delfine ihrn natürlichen Jagdinstinkt nicht verlernen.

Dazu wird wahrscheinlich jeder eine eigene Meinung haben. Aber gerade weil Delfine so intelligent sind, stellt sich mir schon die Frage, wie aussagekräftig die Verhaltensstudien sein können, wenn der Mensch hier durch Belohnung doch aktiv auf das Verhalten einwirkt.

Aber auch mit diesem Wissen ist man dem Charme von Monkey Mia einfach schnell verfallen und kann hier eine wirklich wunderbare Zeit haben. Als Freiwillige durfte ich auch bei den Fütterungen helfen und einer Handvoll Schaulustigen täglich einen Fisch zum Füttern geben. Die Delfine dürfen dabei nicht angefasst werden und kommen freiwillig so nah heran, wie sie möchten. Häufig schwimmen sie jedoch nah vorbei und zeigen mit einer Streichbewegung am Bein ein Verhaltensspektrum von zutraulich, neugierig bis latent ungeduldig.

Die Handbewegung nach oben war für die Ranger das Zeichen, dass jeder nur noch einen Fisch im Eimer zu vergeben hatte. Diese letzten wurden dann an die Delfine gleichzeitig verteilt, weil die älteste Delfinoberhauptsdame sonst noch alles in ihrer Macht stehende unternommen hätte, um an den letzten Fisch zu kommen. Schlaue Kerlchen, wie gesagt.

Es kommt natürlich darauf an, wieviele Besucher gerade zeitgleich bei den Fütterungen zusehen. In meiner Woche hielt es sich in Grenzen und deshalb war es auch so eine schöne Erfahrung. Sind dagegen sehr viele Touristen vor Ort, führt sich das Ganze sicherlich auch schnell ad adsurdum.

Nicht weniger schlau sind übrigens die Pelikane, die es sich ebenfalls in Monkey Mia nett gemacht haben. Damit sie die Delfine in Ruhe lassen, bekommen sie zur Ablenkung auch kleine Fische zum Frühstück.

Wer es sich ein paar Tage gut gehen lassen möchte, kann in Monkey Mia auf jeden Fall einmal richtig ausspannen. Der Ort ist klein und neben dem Resort und dem Campingplatz direkt am Strand entsprechend übersichtlich. Du kannst dich also prima am Strand erholen und dich ab und zu über eine Flosse am Horizont freuen.

Neben dem Strand wartet das Visitor Center mit Videos und Ausstellungen, die dir alles über den Ort und das Leben der Tiere erzählen.

Mein Aufenthalt ist natürlich schon etwas länger her und vielleicht hat sich bezüglich der Infrastruktur hier in der Zwischenzeit Einiges verändert. Da Monkey Mia ziemlich abgelegen ist, hat es in punkto Selbstversorgung in der einen Woche bei mir aber ordentlich zu Buche geschlagen (Eine Packung Toastbrot kostete 4 – 5$!). Deshalb empfehle ich dir, dich vorsichtshalber vorher mit Essen einzudecken, wenn du länger als einen Tag bleiben möchtest!

Auch das Internet brachte mich an dieser Stelle zum Verzweifeln und ich habe es nur 1x versucht: Die PCs waren Münzcomputer und als solche super langsam! 😀 1$ schaffte es gerade mal, eine Seite zu laden – aber es bleibt zu hoffen, dass sich auch hier in den letzten Jahren etwas getan hat! *first world problems I know*hüstl*

Wie du spätestens jetzt wahrscheinlich bemerkt hast, gibt es in der Shark Bay auch überdurchschnittlich viele wunderschöne Sonnenuntergänge, die es allein schon die Reise Wert sind!

Hier war übrigens auch kein Sättigungs- oder Farbregler am Werk, solche Himmel bekommst du an der Westküste wirklich zu sehen!

Etwa 40 -50 km südlich von Monkey Mia liegt Shell Beach, ein weiterer schöner Ausflugstipp wenn du in der Region unterwegs bist! Weißen Sand suchst du hier vergeblich, der gesamte große Strand besteht aus diesen kleinen bezaubernden Muscheln – soweit das Auge reicht!

Den Abschluss macht hier übrigens Piccolo, der besonders oft guten Tag sagte. Leicht zu erkennen an der kleinen fehlenden Ecke in seiner Rückenflosse…

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