Reiseberichte aus aller Welt

Neuseeland von oben: Fallschirmsprung & Helikopterflug – Erfahrungen und Reisetipps

3. Februar 2018

Neuseeland ist ja unter anderem für seine unvergesslichen Gletscherformationen bekannt, die zu wunderschönen Eiswanderungen oder Gletscherklettertouren einladen. Um diesen seltenen Ausblick zu bekommen und mich meiner Flug- und Höhenangst zu stellen, nahm ich neben dem Helikopterflug gleich auch einen Fallschirmsprung auf meiner Reise mit…

Hier siehst du den Franz Joseph Gletscher, eingebettet vom umliegenden Regenwald und der schönen Tasman Sea.

Schon vor meiner Ankunft in Neuseeland wusste ich, dass ich unbedingt eine Gletscherwanderung machen wollte. Die Wanderungen werden von Tourguides begleitet und führen durch eisblaue Gletscherhöhlen – ich freute mich also über mehrere Wochen auf diesen Tag! Da ich allerdings nur meine Sommergarderobe aus Australien im Gepäck und nicht das richtige Schuhwerk hatte, kaufte ich mir ein paar Tage vorher noch schnell geeignete Wanderboots. Jedoch nicht genug vorher,  um sie auch richtig einzulaufen… Autsch. Fail. Dedüm.

Der klassische Anfängerfehler.

Am Tag vor der eigentlichen Tour lag schon eine andere Wanderung hinter mir und so musterten meine Füße fiese Blasen, weshalb ich im Hostel nur noch ohne Schuhe herum laufen konnte. Auf keinen Fall wollte ich aber weiter die Westküste der Südinsel entlang ziehen, ohne Franz Joseph Hallo gesagt zu haben, deshalb war ich sehr dankbar für die Option “Helikopterflug mit Eislandung”. Ist zwar nicht das Gleiche, aber auch sehr nett, dacht ich mir. Mein Budget ließ es eigentlich nicht zu, aber manchmal müssen eben Entscheidungen getroffen werden: Bis auf Weiteres Nudeln und Toastbrot.

Die Heliflüge sind abhängig vom Wetter, weil man doch etwas näher am Gebirge vorbei fliegt und man bei zuviel Wind schnell eins mit Franz Joseph werden würde. Ich hatte aber Glück und das Wetter wechselte noch, sodass wir starten konnten. Und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen!

Ich wunderte mich zuerst über den Namen, aber der Gletscher wurde von einem Geologen nach dem österreichischen Kaiser Franz Joseph benannt und sein Gebiet gehört heute zur Weltnaturerbe-Region. Das erzählte uns der Pilot, was angesichts der vielen Kurven und Wendemanöver auch eine ganz gute Ablenkung war.

Oben im Eis angekommen, schnitt mein blasenfreundlicheres Stoff-Schuhwerk natürlich jämmerlich ab, aber der Ausblick war es mir auf jeden Fall Wert!

Im Umkreis des Gletschers gibt es auch die Möglichkeit, direkt vor Ort zu übernachten oder die Natur mit dem Kajak zu erkunden. Der Gletscher ist ein paar Autostunden von Queenstown entfernt, aber auch über Wanaka gut zu erreichen. Ein weiteres Highlight sind die heißen Thermalbäder oder auch Hot Pools des Gletschers, die du dir nicht entgehen lassen solltest!

20 Minuten Panoramaflug später und rund 200 NZ$ leichter, hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen.

Da ich auch auf der Nordinsel mit dem Bus unterwegs war, kam es, wie es kommen musste: Den Fahrgästen wurden hier alle möglichen Aktivitäten angeboten, die die nächste Stadt für sie bereit hält und so ertappte ich mich dabei, in der Spalte „Skydive Lake Taupo“ ein verbindliches Kreuz zu machen – obwohl ich mir vorher schwor, dass mein Eintauchen in die landestypischen Gepflogenheiten bei diesem Nationalsport seine Grenze haben würde!

Aber für Zweifel war es nun eh zu spät und mein Platz zum Sprung aus einer Minimaschine gebucht. Ein Rückzieher hätte mich den Komplett-Preis gekostet, also musst du ja springen! Mein Skydive war in der Stadt Taupo über dem bildschönen Lake Taupo.

Ich redete mir ein, dass ich nie wieder vor etwas Angst haben müsste, wenn ich meine größte Angst, die Flug- und Höhenangst mit diesem Sprung überwinden würde. Natürlich stellte sich später heraus, dass das totaler Quark ist – zurück in Deutschland hat man ja schon Angst vor der nächsten Betriebskostenabrechnung und Höhenangst habe ich auch trotzdem weiterhin…

Ich sprang also aus 15.000 Fuß  (= ca. 4,6 km Höhe), weil der freie Fall hier am längsten ist und man bei der Höhe sogar die Erdkrümmung deutlich sehen kann!

Außerdem sprang für den Preis ja noch der Foto-Mensch mit, der Bilder und ein Video von mir und meiner Angst machte. Nach den ersten überwältigenden Schrecksekunden konnte ich es aber auch noch richtig genießen und Zeit zum Denken bleibt beim freien Fall dann auch nicht mehr.

Bei fast 200 km/h fällt man 1 Minute im freien Fall, bevor sich der Schirm öffnet. Wie gut, dass ich mir unten vorher noch andere Schuhe ausleihen konnte, sonst hätte es auch Stoffschühchen adé gehießen!  Nachdem die 1. Minute natürlich schnell vergeht,  hat man noch 5 weitere Minuten, um mit geöffnetem Schirm die Aussicht zu genießen und adrenalisiert herab zu segeln.

Fazit: Beides war ein teurer Spaß war, aber ich kann den Helikopterflug und auch den Fallschirmsprung wirklich empfehlen. Die Eindrücke sind unvergesslich. Als Mutprobe bei Flug- und Höhenangst ist es nicht zu empfehlen.

Hast du dich auch getraut und wenn ja, wo? 💪 Wie waren deine Erfahrungen? 🌎

Diesen Reisetipp für später auf Pinterest merken:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.